Muss ein Stück Heimat für einen Neubau weichen?
Ein historischer Gasthof. Eine einmalige, ursprüngliche Atmosphäre. Und die Frage, ob ein Abriss wirklich alternativlos ist.
Der 100-jährige Berggasthof ist ein gewachsener Bestandteil unserer Heimat. Unter der langjährigen Pächterfamilie Neuroth hat sich das beliebte Ausflugsziel zudem zu einer gefragten Adresse für Hochzeiten entwickelt. In der warmen Jahreszeit finden hier nahezu jede Woche Hochzeiten statt.
Am 7. September 2026 berichtete das Tagblatt, ein Neubau des gemeindeeigenen Gasthofs sei alternativlos, wobei eine Planung mit einem Volumen von sieben Millionen Euro als zu teuer verworfen wurde.
Doch muss der historische Gasthof tatsächlich abgerissen werden, weil seine Räumlichkeiten heutigen Anforderungen nicht mehr genügen? Wurden Sanierung und bauliche Erweiterung ernsthaft geprüft? Welche behördlichen Anforderungen werden derzeit nicht erfüllt?
Welche Grenzen setzt die Lage in einem Naturschutzgebiet? Und wie lässt sich ein Millionenprojekt angesichts der angespannten kommunalen Finanzlage rechtfertigen, wenn zugleich an anderer Stelle erheblicher Investitionsbedarf besteht?
Wir wollen keine Vorentscheidung, sondern Antworten bevor ein Stück Heimat unwiederbringlich verloren geht.
Unsere Fragen an die Gemeinde
Wir haben unsere Fragen zur Zukunft des historischen Gasthof Pflegersee am 25. September 2026 eingereicht. Hier dokumentieren wir unsere Anliegen im Original.
Fragen und Unterschriftenliste
Die vier Fragen und die Liste zum Ausdrucken und Unterstützen
E-Mail an die Gemeinde
Mail vom 25.09.26 an Verwaltung, Bürgermeister und Gemeinderat
Was geschah - Chronologie
Einladung, Facebook-Beitrag und Antwort des Bürgermeisters im dokumentierten zeitlichen Ablauf.
Was Gäste dazu sagen
Wir haben unsere Gäste gefragt. Die Antworten sprechen für sich.
Am 14. Oktober 2026 berichtete das Garmisch-Partenkirchener Tagblatt über unsere Aktion.
Am 14. Oktober berichtete das Tagblatt über unsere Aktion. Obwohl dem Bürgermeister unsere Fragen bereits seit 19 Tagen vorlagen, hatte er weder geantwortet noch das Gespräch gesucht. Dennoch warf er uns auf seiner Facebook-Seite vor, „öffentlich zum Kampf aufgerufen“ und „weitreichende Forderungen erhoben“ zu haben, statt mit ihm zu sprechen.
Doch wer ist hier eigentlich wem gegenüber rechenschaftspflichtig? Dieser Vorwurf stellt die demokratischen Verantwortlichkeiten auf den Kopf: Es ist Aufgabe des Bürgermeisters, auf die Fragen seiner Bürger einzugehen – nicht Aufgabe der Bürger, ihm hinterherzulaufen. Statt einer sachlichen Diskussion über den Pflegersee folgten zahlreiche beleidigende Kommentare gegen uns persönlich. Ein solches Vorgehen kann Bürger davon abschrecken, ihr demokratisches Mitberatungsrecht wahrzunehmen.
Wobei das Problem bei dem ganzen ist, dass wir so diskreditiert werden, dass dabei die Sachthemen in den Hintergrund rücken. Wir werden sozusagen als „Schmuddelkinder“ hingestellt und mit solchen möchte niemand etwas zu tun haben…..
Unsere Fragen im Wortlaut:
1. Bauliche und rechtliche Notwendigkeit
Welche konkreten gesetzlichen oder behördlichen Anforderungen kann der derzeit bestehende Berggasthof bei Fortführung seines bisherigen Betriebs nicht erfüllen? Von welchen Behörden oder zuständigen Stellen wurden welche konkreten Nachrüstungen oder baulichen Maßnahmen gefordert? Weshalb sollen diese nur durch einen vollständigen Abriss und Neubau erfüllt werden können?
2. Prüfung von Erhaltung und Wirtschaftlichkeit
Wurde die Möglichkeit einer Sanierung und zeitgemäßen Weiterentwicklung des historischen Berggasthofs von einem unabhängigen Fachbüro ebenso gründlich geprüft wie der geplante Neubau? Wurde dabei die Wirtschaftlichkeit von Erhalt und Neubau unter vergleichbaren Voraussetzungen gegenübergestellt und insbesondere die tatsächlich benötigte Sitzplatzkapazität sowie die zu erwartende Auslastung des regulären Ausflugsbetriebs berücksichtigt? Falls eine solche gleichwertige Prüfung bisher nicht erfolgt ist: Warum nicht?
3. Größe und Zweck des geplanten Neubaus
Der Berggasthof wurde und ist als Ausflugsgaststätte konzipiert. Ein über den regulären Ausflugsbetrieb hinausgehender Platzbedarf besteht für Hochzeiten und Sonderveranstaltungen wie beispielsweise „Chill & Eat“. Welcher öffentliche Nutzen rechtfertigt es, dass die Marktgemeinde hierfür gegebenenfalls erhebliche Investitionen tätigt und sich dafür verschuldet?
4. Ursprünglichkeit und touristischer Wert
Garmisch-Partenkirchen wirbt ausdrücklich mit den Leitgedanken ‚Zukunft durch Herkunft‘ und ‚Ursprünglichkeit‘. Welchen Stellenwert hat die Erhaltung solch historischer und authentischer Orte für unsere Marktgemeinde, und wurde untersucht, welchen touristischen und ortsbildprägenden Wert der historische Berggasthof für unsere Marktgemeinde und die Region besitzt und welcher Verlust durch seinen Abriss entstünde?
Die unverfälschte Ursprünglichkeit, die es am Pflegersee noch gibt,
würde mit einem Neubau unwiederbringlich verloren gehen!
Wollen wir das?