Zusammenfassung über den vom Markt Garmisch-Partenkirchen geplanten Grundstücksverkauf für das Fünf-Sterne-Hotel

von

Heidemarie Trickl, Hupfleitenweg 17 a, 82467 Garmisch-Partenkirchen

Tel. 08821/50283    e-mail: info@krankenhausschule-gap.de

Zur Kurzfassung

 

 

 

  Garmisch-Partenkirchen, den 15.10.2008

Die momentane Situation:

Kommunale Grundstücksverkäufe, die zweckgebunden sind, müssen laut jüngsten Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf europaweit ausgeschrieben werden (Quelle: OLG Düsseldorf vom 12.12.2007). Wegen des anstehenden Investorenauswahlverfahrens beschloß der Gemeinderat am 13.12.2007, daß in der nächsten Sitzung noch einmal grundsätzlich über dieses Hotelprojekt auf diesem Grundstück abgestimmt werden soll (Quelle: Tagblatt vom 15.12.2007). Unser Bürgermeister berief daraufhin dann neun Wochen keine Gemeinderatssitzung mehr ein! Bei der Sitzung am 14.02.2008 wurde durch Gemeinderat Echter (CSU) der Antrag gestellt, diese Abstimmung zu vertagen (seit Juli 2007 das vierte Mal!!) und mit drei Gegenstimmen (darunter Dr. Meierhofer) beschlossen. Echter wechselte keine drei Wochen nach der Wahl unter Mitnahme seines Mandats zum CSB, weswegen der Verdacht nahe liegt, daß dieser Antrag im Sinne des Bürgermeisters erfolgte. Am 02.07.2008 wurde im Gemeinderat die europaweite Ausschreibung, das heißt der Verkauf beschlossen. Mehrere Gemeinderäte hatten dazu ihre im Wahlkampf geäußerte Meinung geändert. Am 09.07.2008 sprach sich der Petitionsausschuß beim Bayerischen Landtag gegen diesen Verkauf aus, hatte aber gleichzeitig keine Möglichkeit einzugreifen. Am 18.07.2008 rief ich im Tagblatt zur Gründung einer Bürgerinitiative auf. In dem darauffolgenden Treffen am 22.07.2008 wurde der „Verein zum Erhalt der historischen Bau- und Landschaftsstruktur“ gegründet und mit die Unterschriftenaktion für das Bürgerbegehren gestartet. Ein Bürgerentscheid hat die Bedeutung eines Gemeinderatsbeschlusses, weswegen von bestimmten Seiten anscheinend alles versucht wird, daß dieses Bürgerbegehren scheitert. Letztendlich handelt es sich bei diesem Verkauf um ein Projekt in zweistelliger Millionenhöhe. Der Käufer würde mit Unterzeichnung des bisherigen Vertrages durch den Verkauf von vier Neubaublöcken mit Eigentumswohnungen sein Geschäft risikolos machen! Wegen diesen gravierenden wirtschaftlichen Interessen scheint von bestimmten Personen alles  versucht zu werden, um diesen Verkauf durchzudrücken!

Statt der benötigten 1.700 Unterschriften gingen nun über 3.000 Unterschriften für den Erhalt der Krankenhausschule und dieses Viertels ein. Am 09.11.2008 findet der Bürgerentscheid statt. An diesem Tag müssen sich 20 Prozent der Wahlberechtigten für den Erhalt des Viertels aussprechen, da das Bürgerbegehren sonst scheitert.

 

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Anfrage US-Gelände – Angebot Schulgelände:

Der Garmisch-Partenkirchener Architekt Hans-Uwe Tiedtke wollte seit dem Jahr 2000 ein Fünf-Sterne-Hotel auf dem ehemaligen US-Grundstück (Nähe Bahnhof) an der St.-Martin-Straße errichten. Obwohl an der Krankenhausstraßenschule gerade eine Renovierung durchgeführt worden war, wurde ihm 2003 von Thomas Schmid statt dessen das Schulgrundstück angeboten:

 

Ein Kongress-Hotel im Fünf-Sterne-Bereich will Hans-Uwe Tiedtke an der St.-Martin-Straße errichten. Bereits vor drei Jahren reichte er sein Vorhaben am ehemaligen US-Gelände im Rathaus ein …..
 Betrieben werden solle das Hotel mit einer Kapazität von 340 Betten von einer Gesellschaft aus Frankfurt, finanziert werde die Bausumme von 100 Millionen Euro über eine Fonds-Gesellschaft - …. Positiv bewertet er das Gespräch mit Bürgermeister Thomas Schmid (CSU): "Er hat mir für das Projekt zwei bis drei weitere Standorte angeboten….."

(Quelle: GAP-Tagblatt vom 10.09.2003 ,  GAP-Tagblatt vom 10.01.2005  und Telefonat mit Herrn Tiedtke am 23.10.2007).

 

Trotz dieser Verkaufsabsicht wurde im Jahr 2005 aufgrund der gesetzlichen Brandschutzauflagen nochmals eine Renovierung durchgeführt. Nachdem das Einkaufszentrum auf dem ehemaligen US-Gelände wegen des Bürgerbegehrens nicht gebaut werden konnte (den Ersatz bekommen wird statt dessen jetzt am Vom-Brug-Park), und das Grundstück von der GEG zurückgegeben wurde, wäre dieser Platz wieder verfügbar (Quelle: GAP-Tagblatt vom 09.11.2007). Von Gemeinderatsmitgliedern wurde mir mitgeteilt, daß dieses Hotel deswegen nicht weiterverfolgt worden wäre, weil Tiedtke keine Pläne geliefert hätte. Dabei kann man unter http://www.royal.masterbase.org das fertig geplante Hotel einsehen. In einem Schreiben des örtlichen Gewerbeverbands vom 16.04.2007 an Thomas Schmid bittet Florian Hilleprandt alternative Nutzungsmöglichkeiten für dieses Grundstück zu überdenken und benennt darin dieses „fertig geplante und projektierte Hotel“. Bei der Gemeinderatssitzung vom 13.12.2007 sagte Dieter Schneider von der Corona, daß dieses Grundstück für ihre Pläne zu klein wäre. Daß dafür die für den Hotelbetrieb nicht zwingenden zwei ausgelagerte Blöcke mit Service-Appartements (= Eigentumswohnungen) verantwortlich sind, kann man sich vorstellen (Quelle: GAP-Tagblatt vom 20.09.2007 ). Ein weiterer Standort für ein Luxushotel ist vom Markt beim Eisstadion vorgesehen. Das Zerhoch-Gelände an der Schornstraße ist ebenfalls für einen Hotelbau im Gespräch. Gemeinderat Thomas Grasegger schrieb zu diesem Thema:

„In GAP haben wir auf anderen Flächen interessierte Investoren für hochwertige Hotelprojekte, leider wird dies vom Bgm unter den Teppich gekehrt.“ ( Quelle: e-mail vom 13.12.2007)

 

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Untersuchung: Edinger warnt vor hohem Betreiberrisiko:

Es ist kaum zu verstehen, daß diesem neuen Nobelhotel eine solche Bedeutung beigemessen wird, während es scheint, daß das im Markt etablierte Fünf-Sterne-Hotel „Reindl´s Partenkirchener Hof“ mit 130 Betten noch nicht einmal zur Kenntnis genommen wird -. Bei einer vom Markt im Auftrag gegebenen Untersuchung (Dr. Jakob Edinger / ETB Tourismusberatung Innsbruck) wurde das Investoren- und Betreiberrisiko für ein neues Fünf-Sterne-Hotel in Garmisch-Partenkirchen als sehr hoch beurteilt:

„Beim Fünf-Sterne-Hotel ist er skeptisch und meint, wenn überhaupt, dann sollten wir froh sein, eines realisieren zu können, zwei wohl auf keinen Fall und das Investoren- und Betreiberrisiko sei sehr, sehr hoch“ (Quelle:  Haushaltsrede 2006 von Hannes Krätz )

Mittlerweile dürfte das Betreiberrisiko noch höher geworden sein, da in der Zwischenzeit das Schloßhotel Elmau zum Fünf-Sterne-Hotel mit 250 Betten umgebaut wurde. Mit „Reindl´s Partenkirchener Hof“, dem Alpenhof Murnau und dem Hotel Maximilian in Oberammergau befinden sich somit vier Fünf-Sterne-Hotels von den 15 oberbayerischen Luxushotels in unserem Landkreis (Quelle: GAP-Tagblatt vom 23.04.2007  ).

Die Auslastung der Hotelbetten im Markt lag 2006 bei 35 Prozent und stagnierte somit weiter auf einem Tiefstand (Quelle: Bay. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung). Der momentane Trend geht dahin, daß durch sogenannte „Leuchttürme“, die Außergewöhnliches bieten, der Tourismus auf breiter Front wieder angekurbelt werden soll. Wird sich ein, mit der Südseite zur St.-Martin-Straße gelegenes, Hotel jemals mit solchen „Leuchttürmen“, wie beispielsweise dem Schloßhotel Elmau, messen können? Das Wellness-Hotel Kranzbach (180 Betten) wird, trotz dessen es „nur“ mit „Vier-Sterne-Superior“ qualifiziert ist, auch schon als „Leuchtturm“ bezeichnet. Garmisch-Partenkirchen hat zur Zeit in dieser Qualifizierung (4 Sterne S) immerhin über 900 Betten zu bieten (Dorint, „Renaissance Riessersee Hotel“, Zugspitze, Staudacher Hof). Insgesamt gibt es weit über zweitausend Betten in der Vier-Sterne-Qualifizierung! Grainau hat zusätzlich an die 700 Betten im Vier-Sterne-Bereich. Glaubt man durch ein weiteres Hotel die Auslastung der anderen Häuser erhöhen zu können? Wird statt dessen das „Kuchenstück“ bei diesem schon vorhandenen Angebot für die bestehenden Häuser nicht immer kleiner?

Der Besitzer des Schloßhotels Elmau, Dietmar Müller-Elmau, nimmt in einer Mail vom 01.02.2008 zu dem geplanten Hotelbau folgendermaßen Stellung:

„Grundsätzlich bin ich sehr dafür das Garmisch ein bzw. mehrere erstklassige 5* Hotels erhält. Aus meiner Sicht entspricht jedoch der von Ihnen beschriebene Standort nicht den Ansprüchen eines 5* Hotels, er ist bestenfalls drittklassig und wird daher wohl auch keinen erstklassigen Betreiber finden. Allerdings bin ich mit den Interna von Garmisch nicht vertraut und weiss überhaupt nicht, ob die aus meiner Sicht geeigneten Standorte für eine Bebauung zur Verfügung stehen. Wenn jedoch nicht das Optimum angestrebt wird, wird es sich auch nicht einstellen. Eine erstklassige, exklusive Lage - möglichst auch in der Nähe bzw. am besten auf einem 18 Loch Golfplatz und eine erstklassige, spektakuläre Architektur sind unverzichtbar für ein erstklassiges, exklusives Hotel in Garmisch. Ein solches Hotel könnte ein gesellschaftlicher und kultureller Mittelpunkt werden, den Garmisch bisher nicht bietet. Sofern jedoch ersteinmal mangels besserer Möglichkeiten ein 4* Hotel gebaut werden soll, ist der jetzt vorgesehene Standort wahrscheinlich ausreichend. Die Architektur sollte jedoch auch in diesem Fall höchste, ästhetische Ansprüche erfüllen und für Garmisch zusätzlich international Renommee bringen, was bei dem mir bekannten Model, noch nicht der Fall zu sein scheint. Daher wäre ein Architektur Wettbewerb sicher notwendig.“ ( Quelle: e-mail vom 01.02.2008)

 

Michael Holzinger, der Vorsitzende des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbands, begrüßt zwar grundsätzlich die Ansiedlung eines tollen Hotels in Garmisch-Partenkirchen, ob im Vier-Sterne-S- oder im Fünf-Sterne-Bereich. Er hat dabei die Vorstellung eines "Wellness-Hotels" in schöner Lage mit einem Wellnessbereich von zirka 2000 qm. Seiner Einstellung nach würde so etwas das touristische Angebot in Garmisch-Partenkirchen aufwerten. Zu dem aktuellen Plan sagt er:

„Die Vorgehensweise, der Standort, die eingeworfenen Betreibernamen (z.B. Hilton) und besonders die Forderung nur mit zusätzlichen "Service-Appartements" arbeiten zu können ist in meinen Augen für die Planung und Verwirklichung eines 5 Sterne Hotels nicht seriös. Dies sehen ebenso viele meiner Kollegen.“ ( Quelle: e-mail vom 03.12.2007)

Klaus Hilleprandt, der langjährige, ehemalige Vorsitzende dieses Verbandes, sagt dazu:

„Es muß sehr intensiv abgewägt werden, ob unser Ort überhaupt ein 5-Sterne-Hotel mit dieser Konzeption braucht oder nicht, denn teilweise sollen die Zimmer ja auf Teilzeit-Eigentum verkauft werden. Außerdem hätte dieses Hotel, wenn die vor einiger Zeit in der Presse abgebildete Skizze stimmt, den Charme eines Lidl-Einkaufszentrums. Mit einem schönen Hotel, wie in Tirol oder in der Schweiz, hat dieses sicher nichts zu tun.“ (Quelle: Fax vom 30.12.2007)

 

 

Aufgrund von Dr. Edingers Studie wäre es wichtig, das Risiko für die Gemeinde zu minimieren und nicht einen zentralen Platz zu verbauen, der für die Garmischer Familien wichtig und unersetzbar ist. Andere Gemeinden, welche ein Neubaugebiet erschließen, planen einen Spielplatz und Kindergarten normalerweise mit. Hier kam zu einem bestehenden Ortsteil ein Neubaugebiet dazu, trotz dessen sollen Spielplatz und Kindergarten auf wesentlich kleinere (größenmäßig nicht vergleichbare) Grundstücke an zwei verschiedene Ortsränder verlegt werden. Die geplante Verlegung würde die meisten Familien jahrelang mit einer Verlängerung der Fahrzeiten und höheren Treibstoffkosten belasten, sowie die Umwelt mit Emissionen. Die ohnehin überlastete Von-Brug-Straße müßte zusätzlich die gesamten Hol- und Bringfahrten der Kindergarteneltern verkraften. zurück

Ein Verkauf der sich nicht lohnt:

Erst im Jahr 2002 bekam die Schule ein neues Dach. Im Jahr 2005 wurde wieder investiert, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen. Bürgermeister Schmid behauptete dagegen in der Bürgerversammlung, daß die Schule für eine Million Euro renoviert werden müsse, da der Keller feucht wäre und die Brandschutzauflagen nicht erfüllt wären.

Nachdem die zerstörte Infrastruktur auf wesentlich teurer zu erwerbenden Grundstücken wieder aufgebaut werden muß, kann man sich vorstellen, daß von den 6,75 Millionen Euro bei diesem Verkauf nicht viel hängen bleibt. Beispielsweise sollen alleine für das neue Schulhaus in der Gartenstraße mit vier Klassenräumen (zwei weniger als bisher) mindestens 1,8 Millionen Baukosten entstehen, dazu würde noch eine Million Euro für den Grundstückskauf anfallen (Quelle: Meierhofer-Rede vom 22.11.2007  Meierhofer zu 5 * Hotel). Im Gegenteil: Der Rechtsrat der Gemeinde soll berechnet haben, daß bei diesem Verkauf ein Minus von zirka 700.000 Euro entstehen würde (bei dem versprochenen Konzept mit Schule im Viertel). Thomas Schmid sagte dazu selbst: „Natürlich bleibt nicht viel übrig, aber draufzahlen wollen wir nicht“ (Quelle: GAP-Tagblatt vom 21.05.2007   http://www.merkur-online.de/796928).

Hannes Krätz sagte dazu schon in seiner Haushaltsrede 2005:

Ein anderes Beispiel hierfür, droht das 5*-Hotel zu werden. Nach mehr als einem halbem Jahr und verschiedenen Besprechungen im Bau- und Finanzausschuss werden wir in einer Gemeinderatssitzung mit Fakten konfrontiert, die uns unakzeptable Rahmenbedingungen offenbaren.“

(Quelle: Haushaltsrede 2005 / http://www.fwg-gap.de/ausgabe.asp?k_id=736&id=3989 ).

Da behauptet wurde, daß die Schulrenovierung, welche über 400.000 Euro gekostet haben soll, bezuschußt worden wäre, erkundigte ich mich bei der zuständigen Stelle bei der Regierung von Oberbayern. Diese hat die Renovierung nicht bezuschußt. Falls es dafür allerdings Zuschüsse gegeben hätte, müßten diese bei einem Verkauf anteilsmäßig für die nicht genutzten Jahre (von 25 Jahren) zurückgezahlt werden (d. h. daß auf jeden Fall zu mindestens die anteilsmäßigen Renovierungskosten vom Verkaufspreis abgezogen werden müßten!) Nachdem laut Artikel 74 der Gemeindeordnung Vermögensgegenstände pfleglich und wirtschaftlich zu verwalten sind, dürfte die Gemeinde mit diesem Verkauf auch aus diesem Grund gegen die Gemeindeordnung verstoßen. Unsere Schule wurde (gerade in den letzten sechs Jahren) pfleglich behandelt und immer wieder renoviert, und hat deswegen einen entsprechenden Wert. Artikel 75 der Gemeindeordnung sagt weiter aus:

"1 Die Gemeinde darf Vermögensgegenstände, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht braucht, veräußern. 2 Vermögensgegenstände dürfen in der Regel nur zu ihrem vollen Wert veräußert werden."

Das Schulhaus, sowie der zentrale Standort Kindergarten und Spielplatz wird zur Erfüllung der Aufgaben gebraucht. Auch liegt der geplante Verkaufspreis weit unter dem vollen Wert. Der angesetzte Verkaufspreis liegt bei 375 €/m². In der Bodenrichtwertliste 2007 des Landratsamtes wird der Wert für ein unbebautes Land in dieser Lage jedoch zwischen 580 €/m² und 610 €/m² angegeben.  Die Bürgermeisterkandidaten Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Max Wank (CSU) haben deswegen angekündigt, im Falle eines Verkaufs die Rechtsaufsichtsbehörde einzuschalten (Quelle: GAP-Tagblatt vom 23.10.2007). Bürgermeister Thomas Schmid gab mir hingegen in der Bürgerversammlung am 23.10.2007 die Antwort, daß das Grundstück zum Teil noch überbezahlt wäre. Dort wo Gebäude draufstünden, wäre es nur 100-200 Euro wert. (siehe auch - GAP-Tagblatt v. 25.10.2007). Am 14.02.2008 wurde zusätzlich in einer Gemeinderatssitzung behauptet, daß dieses Grundstück kontaminiert wäre (dazu sollte man wissen, daß laut  Kaufvertrag die Kosten der Dekontamination der Gemeinde in Rechnung gestellt werden). Alle Nachbarn, die seit Jahrzehnten neben diesem Grundstück wohnen, haben bislang von einer Kontamination noch nie etwas gehört und zeigten sich darüber sehr verwundert. Der Gebäudewert der Schule wird also geradezu noch im negativen Bereich angesetzt. Auf der anderen Seite beabsichtigt der Markt das ebenfalls bebaute Eckgrundstück an der vielbefahrenen St.-Martin-/Gartenstraße für das neue Schulgebäude für über 500 Euro/m² zu kaufen.  zurück

 

Der Kooperationsvertrag vom Mai 2006:

Thomas Schmid beruft sich immer darauf, daß im Gemeinderat schon längst einstimmig über den „Verkauf“ abgestimmt worden wäre. Zu dieser Abstimmung, über einen „Kooperationsvertrag“ mit der Fa. „Feuring-Corona“ am 18.05.2006, gibt es folgende Hintergründe:

 

  1. Die Abstimmung wurde durchgeführt, als sich einige Gemeinderäte, darunter auch Dr. Meierhofer, im vorab angekündigten Urlaub befanden. (Quelle: Dr. Sigrid Meierhofers Rede am 22. November 2007   Meierhofer zu 5 * Hotel )
  2. Es wurde nichts davon veröffentlicht, daß neben dem 150-Betten-Hotel, auch noch „zwei ausgelagerte Blöcke mit Service-Appartements“ (d. h. Eigentumswohnungen) entstehen würden. Die Baukosten wurde im Gegensatz zu den späteren 65 Millionen (Quelle: GAP-Tagblatt v. 20.09.2007) mit 30 Millionen angegeben (Quelle: GAP-Tagblatt v. 29.05.2006). Der Zeitraum, um einen späteren Betreiber zu besorgen, wurde mit der Dauer von sechs Monaten bis zu einem Jahr angegeben. Nun will die Corona diesen Betreiber erst nach Unterzeichnung des Kaufvertrags benennen Tagblatt vom 12.12.2007 . Die Firma wurde damals als Firma „Feuring-Corona“ bezeichnet, in einem Gemeinderatsprotokoll vom 19.04.2007 wird diese Firma nur noch als Firma „Corona GmbH“ bezeichnet.

Luxushotel für 30 Millionen Euro geplant 

150 Zimmer, 100 neue Jobs

……..Geschätzte Kosten: 30 Millionen Euro.

Einstimmig erteilten die Volksvertreter der Firma „Feuring-Corona mit Hauptsitz in Mainz einen Vermittlungsauftrag, …... Die Experten hätten jetzt sechs Monate bis ein Jahr Zeit, um einen Investor und einen späteren Betreiber für das Fünf-Sterne-Haus zu besorgen, erläuterte Bürgermeister Thomas Schmid (CSU). Die vorläufigen Grobentwürfe des Projekt-Enwicklers sehen 150 Zimmer und einen schicken Wellness-Bereich vor. 100 Jobs könnten entstehen. „Feuring-Corona“ gelten als erfahrene Branchen-Profis. …..

(Quelle: GAP-Tagblatt v. 29.05.2006  Luxushotel für 30 Millionen).

 

Radio Oberland berichtet am 19.05.2006 um 12:08Uhr:

….Die Gemeinde rechnet mit einem Bauvolumen von rund 30 Millionen Euro. Projektentwickler ist die Feuring-Corona GmbH – sie plant 150 Zimmer, Wellnessbereich, Parkanlagen und eine Tiefgarage. Nach Unterzeichnung haben die Entwickler rund ein halbes Jahr Zeit, ein konkretes Konzept zu erstellen…..

 

3.     Dem Rat waren außerdem keine Berechnungen dahingehend vorgelegt worden, was die Umquartierung von Schule, Kindergarten, Spielplatz und Schrebergärten kosten würde.

Die Zahlen dürften dafür noch gar nicht existiert haben, da im Mai 2007 (ein Jahr später) die Presse zu diesem Thema berichtete:

„Die Rechnung, in die auch der Ersatzbau für die Grundschule einkalkuliert werden muss, stehe noch nicht fest. „Natürlich bleibt nicht viel übrig, aber draufzahlen wollen wir nicht“, sagt der Rathaus-Chef“  (Quelle: GAP-Tagblatt vom 21.05.2007 ).

Diese Berechnung wurde erst im September 2007 vorgelegt, worauf sich die Mehrheit der CSU-Räte (siehe auch: CSU zum 5*Hotel) und Dr. Meierhofer gegen diesen Verkauf aussprachen. Man kann davon ausgehen, daß (bei dem Konzept, welches den Eltern vorgelegt wurde) die Gemeinde mindestens 700.000 Euro Verlust durch diesen Verkauf macht! Einige Verschönerungsmaßnahmen an der Schule und einen Kindergartenneubau (auf den bestehenden, großen, zentral gelegenen Grundstück) dürfte hingegen schon durch den Verkauf eines Viertels bis Drittels dieses Grundstückes finanzierbar sein.

Die Corona hat die Gesellschaftsform einer GmbH. Gerade im Markt sollten deswegen alle Warnglocken erklingen, wenn man dabei an den Verkauf der Wirtschaftsschule denkt. Diese wurde 2006 an die Pisa Grund GmbH & Co. KG (Montessori) für vier Millionen verkauft und sollte weiterhin als Schulgebäude genutzt werden. Acht Monate später wurde diese an Hummel und Dachs verkauft (angeblich für 5,5 Millionen). Nach dem Konkurs der Montessori-Schule sollen nun, statt einer Schule, Parkdecks neben das historische Finanzamt gebaut werden  (Quelle: GAP-Tagblatt vom 17.01.2008 ).  zurück

Bleibt die Schule im Viertel?

Die Eltern der Krankenhausschule gehen davon aus, daß die von Schmid gemachten Versprechungen bezüglich der verbleibenden Schule im Viertel eingehalten werden. Da am 02.03.2008 mit der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl die Karten neu gemischt werden, kann man sich auf diese Zusage sowieso nicht verlassen. Auch könnten die Kosten, genauso wie bei der Sprungschanze, den gesteckten Rahmen weit überschreiten. Müßte man sich wundern, wenn dann kein Grundstückskauf in der Gartenstraße erfolgt und eine Verlegung zur Gröbenschule vorgenommen würde, um auf gemeindeeigenem Grund günstiger bauen zu können? Die Familien müßten die Fahrtzeit und Fahrtkosten in Kauf nehmen, ob sie wollen oder nicht! Es ist außerdem weder zeitgemäß noch üblich, solche kleinen Schulen zu bauen. Auch wird dafür von der Regierung von Oberbayern eine schulbaurechtliche Genehmigung benötigt (Quelle: Telefonat mit Herrn Heberdinger von der Regierung von Oberbayern am 03.12.2007).

Das Tagblatt berichtete außerdem im März 2007:

Nur eine Forderung habe Thomas Schmid gestellt: „Er wollte von mir (Rektor Eursch) vor rund zwei Wochen nochmal wissen, welcher Raumbedarf für eine neue Schule besteht.“ Der erste Plan – darin vier Klassenzimmer, ein Lehrmittelraum und ein Stuhllager – „sei überzogen gewesen“. (Quelle: GAP-Tagblatt vom 07.03.2007   http://www.merkur-online.de/770737 ).  

 

Diese Aussage, welche noch ohne den zuletzt vorhandenen äußeren Druck abgegeben wurde, dürfte Herrn Schmids wahre Einstellung zum Ersatz der sechsklassigen Schule zeigen. Erst nach der Demonstration von über 150 Eltern und Kindern der Krankenhausstraßenschule am 25.07.2007 veränderten sich seine Aussagen. Auf Intervention des Elternbeirats der Schule machte er dann bei der Bürgerversammlung am 23.10.2007 sehr weitreichende Versprechungen hinsichtlich eines Schulhausneubaus an der Gartenstraße (Quelle: GAP-Tagblatt vom 25.10.2007). Eine CSU-Gemeinderätin sagte zur Standortfrage in einem Telefonat, daß es sowieso aufgrund der unterschiedlichen Klassenstärken sinnvoller wäre, alle Schüler in die Gröbenschule zu schicken. Dr. Sigrid Meierhofer setzt sich zwar für den Erhalt der Krankenhausschule ein, würde allerdings bei einer Abstimmung für die Errichtung eines Schulhauses in der Gartenstraße mit folgender Begründung dagegen stimmen:

 

Für den Schulneubau würde ein Grundstück zum Marktwert (1 Mio. €) gekauft, der deutlich höher liegt als der voraussichtliche Erlös für das gemeindliche Nachbargrundstück. Das neue Schulhaus hätte Platz für vier Schulklassen, zwei weniger als bisher. Turnhalle, Sportplatz, Nebenräume wie Musik- oder Werkraum, könnten auf dem Grundstück nicht untergebracht werden. Es ist aber zu erwarten, dass in absehbarer Zeit auch im Grundschulbereich Ganztagsmodelle eingeführt werden, die dann genau diese Räume und darüber hinaus eine Mensa notwendig machen würden. Eine Schule mit 4 Klassenräumen ohne Erweiterungsmöglichkeit ist also nicht zukunftsfähig. Zudem wären noch Baumaßnahmen an der Gröbenschule erforderlich, um die zwei momentan in die Schule an der Krankenhausstraße ausgelagerten Klassen unterzubringen. Auch diese Investition wäre nicht förderungsfähig. (Quelle: Rede vom 22.11.2007   Meierhofer zu 5 * Hotel ).

 

 

Unabhängig von oben zitierter Aussage, wurde mir dies während eines Telefonats von Karl Wagner, dem Direktor der Gröbenschule bestätigt:

 

„Wenn ein Neubau kommen sollte, dann sollte es einer sein, der den Namen „Neubau“ verdient und der auch noch für die Jahre 2030/2040 geeignet ist. Darunter versteht man: „Turnhalle, Größere Eingangshalle bzw. Versammlungsraum, Teamlehrerarbeitsplatz, Werkraum, Computerraum, Mensa….“ Unter den gegebenen Umständen ist dieser Schulhausbau abzulehnen, da die benötigten Voraussetzungen nicht erfüllt werden können.“

(Quelle: Telefonat vom 26.01.2008 mit Herrn Wagner)  

 

 

Der Leiterin des Integrationskindergartens, Kathrin Rotter, wurden bei der Bürgerversammlung von Herrn Schmid ebenfalls weitreichende Versprechungen gemacht und ein Kindergartenersatzbau ohne Zwischenlösung zugesichert. Frau Rotter bezweifelte in einem Leserbrief allerdings die Durchsetzbarkeit seiner Versprechungen, da diese ihres Erachtens nach alleine schon aus finanzieller Sicht nicht durchsetzbar wären. Darüber hinaus „fehlten ihr die Worte“ als schriftlich gestellte, unangenehme Fragen sehr geschickt unter den Tisch gekehrt wurden und der eingereichte Fragenkatalog „gerade nicht zur Hand war.“ (Leserbrief von Kathrin Rotter zur Bürgerversammlung, GAP-Tagblatt vom 26.10.2007). Es wird unterstellt, daß die KJE sehr gerne diesen Standort für den Kindergarten aufgibt, da sie alle Einrichtungen auf einen gemeinsamen Platz haben möchte. Dies ist nicht richtig. Der KJE wurde von vorneherein klar gemacht, daß der Kindergarten auf diesen Standort nicht bleiben könne, weswegen sie notgedrungen die Verschlechterung der Lage in Kauf nahmen. Frau Rotter betonte, daß gerade die gemeinsame Lage von Kindergarten und Schule in Hinblick auch auf die Ganztagesschulen ausbaufähig wäre (z.B. Hort, Gästekindergarten, Indoorspielplatz).  zurück

 

Die Rolle des Elternbeirats der Grundschule Garmisch:

 

Obwohl es im Elternbeirat zwei unterschiedliche Überzeugungen zum Thema Hotel und Schulabriß gibt, zeigt nur die Meinung der Elternbeiratsvorsitzenden Außenwirkung. Der Elternbeirat als Gremium setzt sich zwar für den Erhalt der Schule im Viertel - nicht aber für den Erhalt des Grundstücks ein (Elterninformation vom 25.10.2007). Die Grundschule Garmisch hat mit den beiden Schulhäusern (Burgstraße und Krankenhausstraße) einen gemeinsamen Elternbeirat. Dieser wird monatlich zu einem Informationsgespräch zu Bürgermeister Schmid ins Rathaus eingeladen. Da die Elternbeiratsvorsitzende Annette Büsch nunmehr für die CSB kandidiert (Quelle: GAP-Tagblatt vom 29.11.2007) stellt sich die Frage, ob diese Treffen wirklich nur dem jeweiligen Sachstand dienen oder den Sinn einer CSB-Werbeveranstaltung haben. Die Elternbeiratsvorsitzende ist persönlich von einem Verkauf nicht betroffen, da sie im Schulsprengel der Burgstraße wohnt. Trotz der Aussage, sich neutral zu verhalten, heißt es in einer Elterninformation vom 21.12.2007:

 

„Sofern sich der Gemeinderat gegen das 5*-Sternehotel ausspricht werden wir mit dem Schulträger und dem Gemeinderat Gespräche über Ausmaß und mögliche Budgetierung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen für die Schule an der Krankenhausstraße führen."

 

Dadurch zeigt sich ganz deutlich Schmids Einfluß, der ohne belegte Zahlen und trotz der schon erfolgten Renovierung von einem Renovierungsbedarf von einer Million Euro spricht. Wenn sich auch jeder Gemeinderat darüber wundern wird, was der Elternbeirat mit der Budgetierung von etwaigen Sanierungsmaßnahmen zu tun hat, weckt dieser Satz trotzdem die Angst vor anfallenden Renovierungskosten und der dafür benötigten Finanzierung. Eine Besichtigung des Schulhauses zur eigenständigen Beurteilung der Bausubstanz, wäre deswegen sowohl für die Elternbeiräte als auch die Gemeinderäte anzuraten. Nachdem die Familien aus dem Einzugsgebiet der Krankenhausstraßenschule von diesem Verkauf betroffen sind (und nicht nur bezüglich des Schulhauses) wäre darüber hinaus in der jetzigen Zeit ein separater Elternbeirat der Krankenhausstraßenschule gefragt.

Bayerisches Staatsministerium: Gäste lieben Tradition und Kultur

Dieses ökologisch und sozial erhaltenswertes Ortsviertel verkörpert architektonisch nicht nur ein Stück Ortsgeschichte, sondern ist auch eine grüne Lunge vom Ortsteil Garmisch. Deswegen ist der Verkauf ebensowenig im Sinne des Fremdenverkehrs, denn Gäste schätzen solche ursprünglichen Plätze. Die Grundlagenstudie „Die Zukunft des bayerischen Tourismus“ streicht das Ursprüngliche Bayerns als klaren Wettbewerbsvorteil heraus:

 „…Für Bayern gilt, dass es hinsichtlich des ursprünglichen Angebotes klare Stärken aufweist. Diese liegen in seiner intakten und vielfältigen Landschaft, seiner reizvollen Natur, seiner Kunst und Kultur, starken Traditionen, gelebtem Brauchtum…  (Quelle: Bay. Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Univ.-Prof. Dr. Anton Meyer .

http://www.stmwivt.bayern.de/pdf/tourismus/Zukunft_des_bayerischen_Tourismus-Kurzfassung.pdf )

 

Dies bemerkte auch Reinhold Messner bei seinem Besuch Anfang November. Er sagte, daß der Ort etwas steril geworden sei. Bergkultur hätte eine große Sogwirkung, wenn sie echt und nicht nur ein Anstrich wäre.  (Quelle: Gap-Tagblatt vom 08.11.2007   Messner). Durch eine planmäßige Verstädterung, scheint die Gemeinde in den letzten Jahren diesen Wettbewerbsvorteil von Garmisch-Partenkirchen selbst aufzugeben! Auch wenn Einkaufscenter für uns etwas Besonderes sein mögen: Die Gäste, welche zumeist aus den Städten kommen, haben zubetonierte Städte, und Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Heimat in der Regel zur Genüge.  zurück

Innerhalb 6 Jahre: Schuldenerhöhungen ohne Ende!

„Nach unserer Kalkulation geht die Rechnung auf“ antwortete mir Bürgermeister Schmid bei der Bürgerversammlung (siehe auch GAP-Tagblatt vom 25.10.2007  Bericht über Bürgerversammlung). Allerdings ist zu befürchten, daß die nachfolgenden Zahlen aufgrund ähnlicher Kalkulationen zustande gekommen sind: Der Markt hatte Ende 2001 eine Gesamtverschuldung von 43,3 Millionen Euro. Im letzten Jahr wurde berechnet, daß die Schulden Ende 2007 bei 68,5 Millionen Euro liegen würden!

 

Haushaltssatzung des Marktes

Garmisch-Partenkirchen 2007 (Seite 23)

(Quelle: Seite 23 der Haushaltssatzung des Marktes Garmisch-Partenkirchen 2007

www.gap-fakten.de/Haushalt.pdf   )

 

 

In der Zwischenzeit gab es noch einen Nachtragshaushaltsplan, um der Verteuerung der Sprungschanze gerecht werden zu können (Quelle: Kreisbote vom 08.12.2007 Nachtragshaushalt KB 08.12.2007 ). Darin wurde der Verwaltungshaushalt (1,2 Millionen Euro) und der Vermögenshaushalt (4,9 Millionen Euro) um insgesamt 6,1 Millionen Euro erhöht.

Laut Tagblatt vom 12./13.04.2008 werden sich die Schulden bis Jahresende Dezember 2008 auf 77,4 Millionen erhöhen. Dabei zeigt diese Schuldenbilanz noch nicht das ganze Ausmaß des wirtschaftlichen Handelns der letzten Jahre, da in dieser Zeit viele in Gemeindeeigentum befindlichen Immobilien verkauft wurden (darunter 162 Sozialwohnungen (4,4 Mio 27.162 €) und beispielsweise der „Von-Brug-Park“ (3,25 Mio.) Im Jahr 2008 sind dann wieder weitere Verkäufe in Höhe von fünf Millionen Euro geplant. Es ist anzunehmen, daß danach von den ehemals 508 „Sozialwohnungen“ die Hälfte verkauft sein werden. Im Gesamten wurden die Mieteinnahmen in der Haushaltssatzung 2007 für die Jahre 2005 und 2006 immer mit knapp 1,9 Millionen jährlich angegeben. Man kann also davon ausgehen, daß zu der Schulden- und Zinssteigerung dem Markt eine Million Mieteinnahmen entfallen. (Quelle: GAP-Tagblatt vom 12./13.04.2008: Geldnot: Gemeinde verkauft Wohnblöcke).

Vielleicht ist die Frage, ab welcher Pro-Kopf-Verschuldung die Regierung von Oberbayern die Zwangsverwaltung übernimmt, ja berechtigt. (Frage eines Teilnehmers bei der FDP-Versammlung im Hotel Zugspitze am 05.11.2007)

Hannes Krätz stellte die wirtschaftliche Situation in seiner Haushaltsrede 2007 ebenfalls in solch erschreckendem Ausmaß dar:

 „Die jährliche Zinsbelastung der Gemeinde steigt innerhalb nur eines Jahres von 1 Mio. Euro, auf 1,6 Mio. Euro. In den nächsten drei Jahren sind Ausgaben in Höhe von weiteren 40 Mio. Euro geplant, die wieder in etwa zur Hälfte über Neuverschuldung und zur anderen Hälfte über Verkäufe aufgebracht werden müssen. Noch vor 2011 werden wir dann rund 90 Mio. Euro Schulden und Immobilien im Wert von 30 Mio. Euro verkauft haben….

(Quelle:  Haushaltsrede Krätz 2007 )

 

Wohin fließt das Geld? Die Zugspitzbahn AG ein Faß ohne Boden?

Der Großteil aller Verkäufe wird in den Ausbau zu „Deutschlands Skigebiet Nr. 1“ gesteckt. Wie es allerdings um die Rendite der Bayerischen Zugspitzbahn AG bestellt ist (deren Aktienanteile zu über 99 Prozent den Gemeindewerken gehören), zeigt der Artikel: „Schwarze Zahlen bleiben Träumerei“. Wotan Lichtmeß sagte darin:

„Ein realistisches Ziel wäre es, in guten Jahren unter einem Defizit von 500.000 Euro zu bleiben und in schlechten Jahren unter einer Million.“ (Quelle: GAP-Tagblatt vom 07.03.2007).  

Die Begründung wurde dafür auch gleich mit angegeben: „Die Zugspitzbahn steckt in der Schuldenfalle. Sie zahlt jährlich über zwei Millionen Euro an Zinsen sowie Leasingraten für Anlagen, die die Gemeindewerke vorfinanziert haben.“ Da die Banken das Unternehmen als Risikobetrieb beurteilen verlangen sie hohe Zinssätze. Mittlerweile werden 95 Prozent der BZB fremdfinanziert. Am 18.04.2006 veröffentlichte dieselbe Zeitung, eine Erklärung des Finanzvorstands Vonau:

„Im Sanierungskonzept, mit dem man das Unternehmen langfristig wieder in schwarze Zahlen führen will, sei festgehalten, dass 45 Prozent der Investitionen durch den Eigentümer und 55 Prozent durch Fremdkapital finanziert werden sollen. Statt der beschlossenen 55 seien mittlerweile 95 Prozent der investierten 25 Millionen Euro von Dritten gekommen.

Nachdem auch die neue Hausbergbahn nach diesem Schema gebaut wird, melden sich die Vorstände jetzt energisch zu Wort: "Wir sehen da ein großes Risiko", unterstrich Huber. "Fremdfinanzierung in dieser Höhe ist nicht erwirtschaftbar.“ (Quelle: GAP-Tagblatt vom 18.04.2006)

Drängt sich bei diesen drei übereinstimmenden Aussagen, der verschiedenen Leiter der BZB AG nicht die Frage auf: „Hat man sich die Investitionen in dieser Häufung überhaupt leisten können? Hätte man dafür (evtl. zu einem späteren Zeitpunkt) Zuschüsse bekommen können? Hätte man es preiswerter machen können? Ist der Verkauf sämtlicher Immobilien zum Erhalt der Zugspitzbahn AG gerechtfertigt? Wäre eine Privatisierung der BZB AG nicht sinnvoller? Bekommt man bei einem Verkauf die getätigten Investitionen zurück? Geht die Kosten-/Nutzenrechnung auf?   zurück

 

Ich persönlich glaube nicht, daß diese Löcher durch die Weltmeisterschaft und eventuell auch Olympischen Spiele noch zu stopfen sind. Immerhin verdoppelte sich die Zinszahlung von 2004 in Höhe von einer Million (Quelle: Haushaltsrede Krätz 2007 ) auf 2.093.041,63 Euro (Quelle: Haushaltssatzung Seite 27 des Marktes Garmisch-Partenkirchen 2007) .

Theoretisch könnte die Weltmeisterschaft auf Grund schlechter Witterungs- und Schneeverhältnisse zudem auch noch kurzfristig abgesagt werden, wofür laut Haushaltssatzung 2007 die Gemeinde auch noch haften müßte:

„Nach dem Veranstaltervertrag für die FIS-Skiweltmeisterschaften in den Alpinen Wettbewerben 2011 haften sowohl der Markt, der Nationale Verband sowie das Örtliche Organisationskomitee gesamtschuldnerisch für alle Verpflichtungen, die sie einzeln oder gemeinsam im Zusammenhang mit der Organisation und Veranstaltung der FIS-Meisterschaften eingegangen sind.“ (Quelle: Haushaltssatzung 2007 Seite 24

www.garmisch-partenkirchen.de/download.php?artid=%7B1355b736-745d-bf7b-986e-7ec30d7371d5%7D )

Die Schulden stiegen dermaßen an, daß man nicht weiß, wie der Markt damit in Zukunft zurecht kommen wird. Jetzt sollen noch 18.000 m² Grund (sozusagen das Filetstück von Garmisch) mit dem benötigten Schulgebäude, Kindergarten und Spielplatz verkauft werden, ohne daß dabei ein finanzieller Gewinn zu erwarten ist. Eine Berechnung, wieviel Promille der jährlichen Gemeindeeinnahmen dieses Hotel sicher erbringen wird, scheint es dafür noch nicht einmal zu geben (es wurde zumindest noch nichts davon veröffentlicht). Auf der anderen Seite wurden einige sichere, rentable Möglichkeiten für die Erhaltung von Gewerbebetrieben nicht wahrgenommen: Die Firma Jura beispielsweise siedelte nach Grainau ab:

Nun wollte die Firma expandieren. Aus 18 Jobs sollten 30 werden, und zwar in Garmisch-Partenkirchen. Was tut nun das Rathaus? Es lässt das Unternehmen ziehen (Quelle: GAP-Tagblatt vom 05.03.2004)!

Das Porsche-Zentrum zieht nächstes Jahr ebenfalls in die Nachbargemeinde, welche dann die Gewerbesteuer kassiert. Zigtausend Euro wurden für die Planung eines operntauglichen Kongreßhauses ausgegeben, welches man samt Fünf-Sterne-Hotel „frei Haus“ hätte haben können!

Notwendige Kalkulationen, welche normalerweise die Grundlage eines jeden wirtschaftlichen Handelns sind, scheinen durch die großartige Redekunst des Bürgermeisters und der daraus entstehenden emotionalen Begeisterung, kaum die notwendige Beachtung gefunden zu haben -. Die Familien sollen jetzt dafür zahlen. Einige Familien sogar mit ihrem „Zuhause“. Trotz dessen, daß vielleicht noch nicht einmal die rechtliche Grundlage gegeben ist, sollen in Kürze auch noch die letzten Bewohner dieses Viertels für ein anscheinend überaus fragliches Wirtschaftsprojekt weichen (darunter auch Familien mit mehreren Kindern).

Der nachfolgende Gemeinderat wird es nach dieser Amtsperiode auch ohne diesen Verkauf schwer genug haben! Dafür bräuchte man nicht auch noch eine der wenigen, verbliebenen, letzten Reserven zu „verschleudern“. 

Der Gemeinderat stellte am 19.04.2007 als ersten Punkt bei der Beschlußfassung über das weitere Vorgehen in dieser Sache fest:

„Die Ansiedlung eines 5*Sterne Hotels mit mindestens 150 Einheiten genießt aus wirtschafts- und strukturpolitischen Gründen Prioritäten vor fiskalischen Interessen des Marktes“. [Quelle: Protokoll der Sitzung vom 19.04.2007 (eingesehen am 06.12.2007)]

Kann man diesem Fünf-Sterne-Hotel tatsächlich eine so große wirtschafts- und strukturpolitische Bedeutung beimessen, daß dieser Verkauf mit allen negativen Folgen (für die Bewohner, Natur, Kulturgeschichte, Familien und der Belastung der Haushaltskasse) gerechtfertigt ist? Könnte dieser Verkauf nicht eher als Verschwendung von Steuergeldern zu sehen sein? Noch dazu wo es andere Grundstücke für Luxushotels gibt? Kann sich der Markt Garmisch-Partenkirchen so etwas überhaupt leisten (noch dazu bei einer Schuldenerhöhung von 43 Millionen (2001) auf geplante 77 Millionen Euro (31.12.2008)?

Ich empfinde diesen Verkauf als Übergriff auf den gemeinschaftlichen Lebensraum der Familien und Kinder. Deswegen möchte ich mich als betroffene Mutter vor allem bei der SPD-Bürgermeisterkandidatin Dr. Meierhofer für Ihren Einsatz für dieses Grundstück bedanken. Mein Dank gilt ebenso dem CSU-Bürgermeisterkandidat Max Wank, sowie dem zweiten Bürgermeister Wolfgang Bauer und dem FDP-Vorsitzenden Klaus Hilleprandt. Max Wank, Wolfgang Bauer und große Teile der CSU-Gemeinderäte waren/sind Manns genug zu einem Fehler zu stehen, den sie ohne das notwendige Hintergrundwissen mit der Zustimmung zum Kooperationsvertrag  Diese Haltung würde ich mir auch von den anderen Gemeinderäten wünschen, die bis jetzt diesem Verkauf positiv gegenüberstehen bzw. -standen. gemacht haben. Unverständlich ist wieder einmal die Haltung von Hannes Krätz. Er stellt 2005 schon fest, daß der Verkauf der Krankenhausschule mit unakzeptablen Bedingungen verknüpft ist, durch ihn kennen wir die Studie des Dr. Edingers, die besagt, daß nur ein Fünf-Sterne-Hotel möglich ist - .

Es geht um den Erhalt eines Stückchen Heimats, es geht um die Bewahrung von Natur, einem Stück Ortsgeschichte und sozialer Errungenschaften auf einem zentralen Standort. Es geht um Menschen, denen man dadurch ihr Heim bzw. auch ihre Existenz nimmt. Es geht auch darum, daß man wirtschaftlich denkt. Vor allem aber geht es darum, daß man unsere Gemeinde nicht nur als Wirtschaftsbetrieb sehen darf (der anscheinend zur Zeit auch noch einen Räumungsverkauf veranstaltet). Garmisch-Partenkirchen ist unser Lebensraum, deswegen sollten unsere Gemeindevertreter bei jeder Maßnahme sowohl den wirtschaftlichen Aufschwung als auch das Wohl der Bürger im Auge haben.

Ich hoffe, daß mit diesem Schreiben einige Hintergründe beleuchtet wurden, die das Verständnis für eine Ablehnung dieses Verkaufs fördern.

 

 

Heidemarie Trickl 

 

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P.S.:

So weit wie möglich, fügte ich die im Internet veröffentlichten Quellen als direkte Links ein. Leider waren neue Beiträge zu diesem Thema seit Mitte Oktober 2007 unter Merkur-online.de nicht mehr elektronisch auffindbar. Alle Quellen finden Sie auch auf der separaten Quellseite unter:  Gesammelte Quellartikel .

 

Nachdem Sätze und Worte aus dem Zusammenhang gerissen einen ganz anderen Sinn ergeben können, stimme ich einer Veröffentlichung dieses Schreibens nur nach Absprache zu. Ausschnitte dürfen nur nach vorheriger Genehmigung und mit Bezug auf http://www.krankenhausschule-gap.de/ weitergegeben werden.

 

Für Inhalte externer Links übernehme ich keine Verantwortung.